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Unterschiedliche Innenfarben: Latex, Dispersionsfarbe und mehr

Wer streichen will, steht schnell vor einer großen Auswahl: Dispersionsfarbe, Latexfarbe, Mineralfarbe, matt oder seidenglanz. Welche Farbe für welchen Raum geeignet ist – dieser Artikel schafft Klarheit.

Die Wahl der richtigen Wandfarbe beeinflusst nicht nur das Aussehen eines Raumes, sondern auch das Raumklima, die Langlebigkeit und den Pflegeaufwand. Ein Badezimmer braucht eine andere Farbe als ein Schlafzimmer, und ein Kinderzimmer stellt andere Anforderungen als ein Büro.

Dispersionsfarbe: Der Allrounder

Dispersionsfarbe ist die meistverkaufte Innenfarbe in Deutschland. Sie basiert auf einer waessrigen Kunstharzloesung (Acrylat oder Vinylacetat), die gut deckt, schnell trocknet und in nahezu allen Farbtonen erhältlich ist. Sie ist günstig, einfach zu verarbeiten und für die meisten Innenflaechen geeignet.

Dispersionsfarben sind diffusionsoffen, solange sie keinen hohen Kunstharzanteil haben. Das bedeutet: Feuchtigkeit und Wasserdampf können durch die Schicht diffundieren – gut fürs Raumklima, aber nicht geeignet für direkten Nassbereich. In Baedern und Küchen sollte man auf feuchtraumgeeignete Varianten mit erhöhtem Bindemittelanteil zurückgreifen.

Latexfarbe: Abwaschbar und wischfest

Latexfarbe ist streng genommen eine Dispersionsfarbe mit hohem Bindemittelanteil. Sie bildet einen glatten, wischfesten Film und lässt sich leicht abwischen – ideal für Flure, Küchen, Kinderzimmer und andere stark beanspruchte Flächen. Der Nachteil: Der hohe Kunstharzanteil reduziert die Diffusionsoffenheit. In schlecht belüfteten Räumen kann das zur Schimmelfoerderung beitragen, wenn gleichzeitig viel Feuchtigkeit entsteht.

Mineralfarbe und Kalkfarbe: Natuerlich atmungsaktiv

Mineral- und Kalkfarben enthalten keine Kunststoffbinder. Sie bestehen aus mineralischen Pigmenten und einem Bindemittel auf Basis von Silikat oder gelöschtem Kalk. Diese Farben sind hochdiffusionsoffen, antistatisch (Staub haftet kaum) und schimmelresistent durch den hohen pH-Wert. Allerdings sind sie anspruchsvoller in der Verarbeitung: Der Untergrund muss gut vorbereitet sein, und nicht jede Farbe verträgt sich damit als Voranstrich.

Einsatzbereiche Mineralfarbe

Kalkputzoberflachen, Natursteinwaende, historische Gebäude, Schlafzimmer für Allergiker und feuchte Räume mit ausreichend Belüftung. Nicht geeignet: glatte Synthethikbeschichtungen als Untergrund, da keine Haftung ohne Primer.

Der Glanzgrad und seine Wirkung

Innenfarben werden in verschiedenen Glanzgraden angeboten: matt, seidenmatt, seidenglanz und glanz. Matte Farben schlucken Licht und kaschieren Unebenheiten in der Wand – perfekt für alte Wände mit Spachtelspuren. Seidenmatte Farben sind ein guter Kompromiss: optisch ruhig, aber noch etwas besser abwaschbar als volles Matt. Seidenglanz und Hochglanz bringen Dramatik, machen aber jede Unebenheit sichtbar und sind deshalb nur für sehr glatte Untergrundes geeignet.

Praxistipps für gute Streichergebnisse

Immer zuerst grundieren, besonders bei sehr saugfaehigem oder neuem Putz. Zwei dünne Schichten ergeben ein besseres Ergebnis als eine dicke. Beim Streichen in Richtung Lichtquelle arbeiten, um Streifen sichtbar zu machen. Abklebeband nach dem letzten Strich und vor dem vollständigen Trocknen entfernen, damit keine Kanten aufgerissen werden. Qualität des Pinsels und der Rolle entscheidet über den Finish mehr als die Farbe selbst.

Zusammenfassung: Welche Farbe für welchen Raum?

Wohnzimmer und Schlafzimmer: matte oder seidenmatte Dispersionsfarbe, gerne diffusionsoffen. Küche und Bad: Latexfarbe mit Feuchtraumeignung oder spezielle Badfarbe. Kinderzimmer: wischfeste Latexfarbe oder Kreidefarbe. Historische Gebäude oder Allergiker-Haushalte: Mineral- oder Kalkfarbe. Flure und stark beanspruchte Bereiche: Latexfarbe in seidenglanz, leicht abwaschbar.

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VOC-Werte und Umweltzeichen: Was steckt wirklich in der Farbe?

VOC steht für flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compounds). Sie sind für den typischen "Farbengeruch" verantwortlich und können bei hoher Konzentration die Atemwege belasten. Die EU-Richtlinie 2004/42/EG schreibt Grenzwerte vor: Innenfarben der Kategorie A dürfen maximal 30 g/l VOC enthalten – Wasserlackdispersionen liegen meist darunter.

Umweltzeichen wie der Blaue Engel (RAL UZ 102) oder das Natureplus-Siegel gehen noch weiter: Sie schließen bestimmte Biozide, Weichmacher und kritische Konservierungsmittel aus. Für Kinderzimmer, Schlafräume und Personen mit Atemwegserkrankungen empfiehlt Fixhands grundsätzlich Farben mit Blauem Engel – der Preisunterschied zu konventionellen Farben ist minimal.

Untergrundvorbereitung: Entscheidend für das Endergebnis

Kein Anstrich wird besser als sein Untergrund. Loser alter Anstrich muss abgelöst, rissige Stellen verspachtelt und Flecken gesperrt werden. Besonders kritisch: Nikotinflecken, Wasserschadenränder und Schimmelspuren. Diese müssen mit einem speziellen Sperrgrund (Schellack-Lackverduennung oder PVA-Sealer) behandelt werden, bevor die Farbe aufgetragen wird. Ohne Sperrung schlägt jeder Fleck durch – auch nach zwei weiteren Anstrichen.

Gipsputz und Gipskarton sind stark saugend und benötigen immer eine Grundierung. Auf Kalkputz wiederum darf kein kunstharzreicher Anstrich ohne Grundierung aufgebracht werden, da die Haftung sonst unzureichend ist. Fixhands überprüft den Untergrund vor jedem Auftrag und empfiehlt das notwendige Vorbereitungsmaterial – das ist Teil der professionellen Beratung vor Ort.

Farbkonzept und Farbberatung vor dem Kauf

Die meisten Farben sehen auf dem Monitor anders aus als in der Realität – und auf dem kleinen Farbmuster im Baumarkt ebenfalls. Tageszeit, Lichtquelle (Tageslicht, LED, Halogen) und die Umgebungsfarben im Raum verändern die Wahrnehmung einer Wandfarbe erheblich. Profis kleben deshalb A4-Farbmuster direkt an die Wand und beobachten sie zu verschiedenen Tageszeiten, bevor eine Entscheidung getroffen wird.

Fixhands bietet professionelle Farbberatung in Idstein und Umgebung an. Wir arbeiten mit dem Farbsystem von Caparol und Brillux, das über 1.000 Farbtöne und physische Musterfächer für den direkten Wandvergleich bietet. So wählen Sie eine Farbe, die auch in fünf Jahren noch gefällt.

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