Richtig streichen: 10 Profi-Tipps vom Malermeister
Wer eine Wand streicht und sich wundert, warum das Ergebnis irgendwie nicht so aussieht wie im Baumarkt-Prospekt, liegt meistens an einem oder mehreren vermeidbaren Fehlern. Als Malermeisterbetrieb sehen wir regelmäßig Nachbesserungsarbeiten, die mit besserer Vorbereitung nicht nötig gewesen waeren. Diese 10 Tipps geben wir gerne weiter.
Vorbereitung kostet Zeit und spart Arbeit
Mindestens ein Drittel der Gesamtzeit sollte für Vorbereitung eingeplant werden: Möbel räumen, Boden abdecken, Steckdosen und Lichtschalter abkleben, lösen Putz ausbessern, Nagelocher spachteln. Wer diese Phase überspringt, zahlt es später mit Nacharbeit oder schlechtem Ergebnis.
Abkleben ist Handwerk, nicht optional
Qualitatives Malerkreppband (Crepe-Tape) sauber und gerade aufkleben. Bei Kanten zur Decke das Band leicht schräg andrücken, damit keine Farbe durchlaufen kann. Das Band immer spätestens abziehen, wenn die Farbe noch leicht feucht ist – nie warten, bis sie komplett trocken ist (dann reisst die Kante ab). Ecken mit einem Spachtel fest andrücken.
Grundierung nicht weglassen
Grundierung (Tiefengrund oder Haftgrund) ist kein Luxus, sondern notwendig bei saugfaehigen Untergründen (Gipsputz, neue Rigipsplatten, frischer Beton), nach Schimmelbefall, bei stark verfaerbten Flächen oder wenn Sie von einem dunklen auf einen hellen Farbton wechseln. Ohne Grundierung löst sich die Farbe später ab oder die Deckfarbe wird fleckig.
Richtige Farbmenge berechnen
Die Ergiebigkeit steht auf der Farbbeschriftung (z.B. 8 bis 12 qm pro Liter). Berechnen Sie die Wandfläche (Hoehe x Breite) abzüglich Fenster und Türen. Kaufen Sie immer 10 bis 15 Prozent mehr als berechnet – für Nachbesserungen und damit die Farbe aus derselben Charge stammt. Farben aus verschiedenen Chargen können leicht voneinander abweichen.
Reihenfolge: erst Decke, dann Wand, dann Boden
Immer von oben nach unten arbeiten. Decke zuerst streichen, dann die Wände (zuerst die Ecken mit dem Pinsel, dann die Fläche mit der Rolle). Boden und Sockelleisten zuletzt. So tropft kein Spritzer auf frisch gestrichene Flächen darunter.
Mit der Rolle richtig auftragen: W-Technik
Die Farbe nicht einfach waagerecht oder senkrecht rollen. Die Profimethode: Farbe auftragenin einem großen W oder M, dann ohne Nachfuellung senkrecht gleichmäßig verteilen und abschließend leicht waagerecht glätten. So entstehen keine Streifen. Immer mit nasser Kante weiterarbeiten: die nächste Rollbahn neben die feuchte vorherige setzen, nicht warten.
Duenne Lagen statt einer dicken
Zwei oder drei dünne Anstriche sind immer besser als ein dicker. Dicke Aufträge laufen, bilden Nasen, trocknen ungleichmäßig und zeigen Rollstruktur. Profi-Ergebnis entsteht durch disziplinierten Farbauftrag: Rolle nicht zu voll laden, gleichmäßiger Druck, regelmäßig nachladen.
Trocknungszeiten respektieren
Nie den zweiten Anstrich auftragen, bevor der erste vollständig trocken ist. Die Trocknungszeit steht auf der Farbdose und gilt bei 20 Grad und 50 Prozent Luftfeuchtigkeit. Bei kühlerem Wetter oder höherer Feuchtigkeit dauert es länger. Wird zu früh übergestrichen, klebt die Farbe, bildet Krumel oder hebt sich die erste Lage an.
Das richtige Werkzeug macht den Unterschied
Guenstige Rollen lassen Fasern und verursachen Streifen. Verwenden Sie:
- Flor-Rolle 9 bis 12 mm für glatte bis leicht strukturierte Wände
- Flor-Rolle 15 bis 18 mm für Rauputz und strukturierte Flächen
- Qualitätspinsel für Ecken und Anschnitte (Synthetikborsten für wasserbasierte Farben)
- Teleskopstange für Decken und hohe Wände
Nach dem Streichen Pinsel und Rollen sofort gründlich reinigen. Dann halten sie für viele weitere Projekte.
Lüften richtig gemacht
Waehrend des Streichens und direkt danach gut stosslüften (10 Minuten Durchzug). Dabei keine direkte Zugluft auf die nasse Farbe richten – das trocknet die Fläche ungleichmäßig und kann Kraeter oder Risse verursachen. Raumtemperatur während des Strocknens nicht unter 10 Grad sinken lassen.
Wann sollte man lieber einen Malermeister beauftragen?
Heimwerken macht Sinn bei einfachen Innenanstrichen in guten Zustand befindlichen Räumen. Einen Profi zu beauftragen lohnt sich, wenn:
- Schadstellen, Risse oder loser Putz saniert werden müssen
- Dunkle Farbe durch helle ersetzt werden soll (erfordert mehrere Anstriche und ggf. Sperrgrund)
- Fassadenarbeiten anstehen (Gerüst, Wetterfenster, Fachkenntnisse zum Untergrund)
- Schimmel oder Wasserschaden vorliegen (hier ist fachgerechte Sanierung Pflicht)
- Dekorative Techniken wie Kalkputz, Venezianischer Stuck oder Sonderlackierungen gewünscht werden
Als Malermeisterbetrieb übernehmen wir auch die Vor- und Nachbereitung komplett. Sie müssen nichts abtragen, abkleben oder reinigen. Wir erledigen das gerne.
Kostenloser Kostenvoranschlag: Sie beschreiben uns Ihr Vorhaben, wir melden uns innerhalb von 24 Stunden mit einem konkreten Angebot. Kein Stress, kein Risiko.